Wolfgang

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Die letzten Tage verliefen ein bisschen zu wild,

viel zu tun, großer Eifer bei mir, um weitere Bilder von Edelsteinen und Wasser zu fotografieren; Ruhe Nebensache. Heute Mittag fuhr ich nach Gerthe, um Susannes Blumen zu versorgen - die ist arbeitsmässig auch ins Schwimmen gekommen. Wir tranken eine Tasse Kaffee, dann war Moritz dran, aus dem Hort geholt zu werden, und ich fuhr nach Herne zu Fahrrad-Korte, um meinen neuen Lenkervorbau abzuholen.

Nein, ich fuhr nicht gerade wie gehetzt, aber zügig. Auf unserem Lieblingsweg entlang des Ostbachs geschah es, in der letzten Kurve, bevor es über die kleine Ostbachbrücke geht:
ein älterer Herr kam mir auf meiner Wegseite entgegen (klar, die Kurve geschnitten), und ich musste nicht nur bremsen, auch noch ausweichen,  um ihn nicht umzufahren.
Zack, da lag ich, ohne Chance, diesem Sturz ausweichen zu können.
Meine linke Hand fühlte sich an, als wäre alles gebrochen, Knie kaputt, das Blut lief. In solchen Situationen reagiere ich sicher und schnell, als hätte ich das geübt:
Taschentuch, die Wunden säubern, Salbe aus dem Verbandstäschchen holen und ordentlich was auf die ziemlich großen Wunden rauf, verschmieren und ...

Der ältere Herr zeigte sich bemüht, fragte, ob er einen Unfallwagen rufen solle. Zwei Jugendlich boten ihre Hilfe an. Nein Danke, nett gemeint. Was wir tun sollten, fragte der Mann mich. Was tun? In meinem Kopf liefen die Optionen ab, und ich entschied sehr schnell: Schwamm drüber. Sein Verschulden würde nicht nachweisbar sein, ich hätte langsamer fahren können. Verantwortung übernommen, Fall abgeschlossen. Ganz nett, ne, eher bemerkenswert der Abschluss des "Treffens". Der Un-Typ sagte, meine Wunden betrachtend: "Das wird noch schlimmer". Sicher wunderte er sich, dass ich ihn anschnauzte.

Und nun? Mein Weg sollte zu Frank Korte führen, und dem Ziel folgte ich, schiebend. Die paar Kilometer, kein Problem dank des Adrenalins, dass mich schmerzlindernd versorgte. Unterwegs der Weg in die Klinik, wo ich erfuhr, dass das eine Schlafklinik ist, und die Dame, die mir die Auskunft gab, gehörte zu einer Zahnarztpraxis. Wau! Kurz vor dem Fahrradladen ging ich in eine Apotheke, erhielt den Rat, in die anliegende Praxis zu gehen, vielleicht hätte ich Glück. Hatte ich, weil die "Nur"-Putzfrau sehr nett war - der Doktor war zwei Minuten zuvor in den Feierabend gefahren.

Bei Frank tröstende Worte, ein Glas Wasser, das Gefühl, nicht ganz allein auf dieser Welt zu sein. Ich telefonierte, Susanne holte mich ab, und dann begann dieser Abend, der wesentlich ruhiger als die der letzten zehn Tage verlief. Ja, so geht das: nach ganz schnell kommt ganz langsam, im Bruchteil einer Sekunde verschieben sich Prioritäten, serviert dfas Kaleidoskop eine andere Farbe. Das ist Leben, man ist niemals wirklich sicher, als Radfahrer schon gar nicht. Aber, ich sage es mal offen, der Gedanke, ich würde mich altersgerecht verhalten, behagt mir viel weniger, als meine mir jetzt verordnete kurze Ruhephase.


Zum Fliegen braucht man auch kleine Federn

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9. September 2009
Menüknopf

Aus heiterem Himmel

Gelegenheit, ein paar meiner letzten Bilder, die sonst im Dunkel des Ablagesystems verschwinden würden, zu zeigen. die Reihe heißt "Abseits".

Nein, bei der Gestaltung einer Homepageseite geht nicht immer alles im ersten Anlauf glatt.
Diese Bild war auf die Seite kopiert und - vergessen worden. Dafür habe ich es jetzt schön groß gemacht: Brombeeren, Spätlese.