Wolfgang

Bedürftigkeit


Zum Fliegen braucht man auch kleine Federn

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28. Juni 2009

Nach unserem Ausflug in die Welt der

Naturwunder, wo prachtvolle Schönheit und Perfektion ineinander verlaufen, holte uns das aktuelle Geschehen zurück in die Welt des Realen. Wir sind zwar beide sehr pragmatisch orientiert, aber, ich sage es mal offen, die Arbeit mit den Bildern war eine mehr als erholsame Phase, die wir auch beide dringend brauchten. Nun folgen ein paar Schritte in die Psyche, Einblicke und Betrachtungen in die Seele des Menschen.

Mein Thema lautet Bedürftigkeit.  Im folgenden spreche ich von einer existentiellen Bedürftigkeit, und NICHT von mangelnder Bedürfnisbefriedigung oder Krankheit, auch nicht von einer zeitweisen, sondern von einer grundsätzlichen Bedürftigkeit. Es ist dies ein Zustand, den ich als "entgegengesetzt zur Autonomie" beschreiben könnte - wenn Autonomie ein für den Menschen möglicher Zustand wäre. Selbst ein mit der Welt und sich selbst- zufriedener Mensch kann jederzeit mit Unwägbarkeiten/Schicksalsschlägen konfrontiert werden, kann jederzeit äußerlich oder/und innerlich so berührt werden, dass er zum Suchenden, zum Getriebenen, zum Verfolgten wird.

Sprechen wir mal kurz über Aspekte von Verlust.
Was man verlieren kann, muss geschützt oder beschützt werden. Das betrifft sowohl Sachen, als auch die Existenz des Körpers. Man ist als Mensch Schutz-bedürftig. Man muss auf seine Gesundheit achten, man ist vorsorge-bedürftig. Man ist auf die Befriedigung von Grundbedürfnissen angewiesen, man ist versorgungs-bedürftig. Im Grunde ist jede Abhängigkeit die Folge von Bedürfnissen - und diese Aussage stimmt auch anders herum: jedes Bedürfnis schafft Abhängigkeit. Jedes MUSS - und deswegen reagiere ich auf diese vier Bucstaben äußerst empfindlich - impliziert Abhängigkeit und Bedürftigkeit.

Sprechen wir mal kurz über die "Menschwerdung".
Der körperliche Teil beginnt im Schutz des Mutterleibs, der Gang in die Welt mit einer traumatischen Geburt. Mit dem Geburtstrauma haben viel Menschen ihr Leben lang Probleme. Die Informationen über die Erlebnisse in den ersten drei bis vier Lebensjahren eines Kindes verschwinden - in der Regel für immer - in seinem Unbewusstsein; das macht das Verstehen von Verhaltensstörungen nicht leicht. Viele brauchen ihr Leben lang Hilfe und Unterstützung, um mit Problemen fertig zu werden.

Sprechen wir mal kurz über das "System Mensch".
Der Mensch hat sich nicht selbst erschaffen; folglich kennt er seinen "Bauplan" nicht. Über die körperlichen Funktionen wird immer noch geforscht, und ich glaube, vieles glaubt man nur zu verstehen. Seele, was ist das? Viel wurde darüber geschrieben, es blieben Fragmente, die im Grunde nichts erklären können. Des Menschen Geist wird erkennbar in seinen Ideen, in seiner Moral und Ethik. Und irgendwo im System taucht schließlich auch das Phänomen der Liebe auf. Alle Element stehen in Verbindung und interagieren miteinander. Wie? Wüsste der Mensch das, wäre seine Bedürftigkeit sicher um einiges geringer.

Sprechen wir mal kurz über das "System Welt".
Im System herrscht ein Zeitgeist, hier werden Menschen von verschiedensten Kulturen beherrscht, und die allermeisten Menschen werden von Angst beherrscht, natürlich auch von Verwirrung. Was "die da oeben" machen, was sie wirklich vorhaben, man kann es nur ahnen. Und in dieser Ahnung ist nicht enthalten, was "da Oben" vielleicht noch bedeuten könnte, zum Beispiel ein Gott oder ein Teufel, Erzengel oder Dämonen.

Menschen wereden sowohl äußerlich als auch innerlich von den verschiedensten Elementen beherrscht. Die ziemlich logische Folgerung lautet:
Menschen sind bedürftig. Sie brauchen vielerlei, haben einen Bedarf, der sich aus Ideen der Vergangenheit und der Zukunft in ihnen vereint zu einer Vielzahl von Ansprüchen und Erwartungen, zu Sehnsucht, Hoffnung und Verzeiflung führen kann. Vielleicht darf ich das Gesagte in einem Satz zusammenfassen:
Der Mensch ist in Bewegung, weil er bedürftig ist.

Anlass für meinen Beitrag war ein Gedanke, den ich auf der Fahrt zu Susanne hatte. Der lautet:

Bedürftigkeit scheint eine fundamentale Wesensart des Menschen zu sein.
Allerdings glaube ich nicht, dass Menschen leben, um sich von anderen glücklich machen zu lassen. Das funktioniert nämlich nicht.
Ich glaube, Leben bietet uns eine Option, zu lernen, aus eigenem Vermögen glücklich zu SEIN.

Damit Schluss.






Anschlussthema für "Trauer"


Wir Menschen alle sind bedürftig.
Verwickelt in unser Fragen und Handeln
sind und bleiben alle unsere Handlungen
in letzter Konsequenz auf diese unsere
grundlegende Bedürftigkeit bezogen.

Wilhelm Kamlah

Falle

Halt

federleicht spezial
Menüknopf

Illusion

unterwegs

Weg