Bei mir passierte in den letzten Wochen einiges.
Das Erlebte sah aus, als wäre es beliebig
geschehen, bis sich schließlich eine konkrete Idee
heraus kristallisierte, und dann noch eine -
schließlich das Gefühl, da käme noch mehr. Jetzt
rückte einen Begriff in meinen Fokus, der bereits
seit einigen Monaten in mir herum geistert:
Beliebigkeit. |
Relativität und Beliebigkeit (Wiki) |
Für die unbewusste Psyche scheinen
Raum und Zeit relativ zu sein, das
heißt, das Wissen befindet sich in
einem raumzeitlichen Kontinuum, in
welchem Raum nicht mehr Raum und
Zeit nicht mehr Zeit ist. Wenn
daher das Unbewusste ein gewisses
Potenzial zum Bewusstsein hin
entwickelt oder erhält, dann
entsteht die Möglichkeit, dass
Parallelereignisse wahrgenommen
beziehungsweise «gewusst» werden
können. |
Zufall ist vielleicht das Pseudonym
Gottes, wenn er nicht selbst
unterschreiben will. |
Die Entstehung des Lebens auf der
Erde mit dem Zufall erklären heißt,
von der Explosion einer Druckerei
das Zustandekommen eines
Lexikons zu erwarten. |
Nicht wenige Menschen sind sehr verzweifelt,
oder waren es und gaben immer mehr und
schließlich ganz auf, ihrem Leben einen Sinn zu
geben, der über den Versuch des reinen
Überlebens hinaus geht; ich nenne das eine
Minimal-Lebensführung. Wo ich wohne, besteht
sie, zumindest vorrangig, nicht viel mehr als aus
Saufen und Fressen. Was kann einen Menschen
derart verwirren und verängstigen, dass er
keinem "ehrenwerten" Ziel mehr folgen kann? |
"So wenig Ordnung, wie nötig - |
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Ordnung ist etwas Künstliches. Das
Natürliche ist das Chaos. |
Bei der Auswahl der Bilder waltete
Beliebigkeit, bei der Gestaltung
Ordnung, jdedenfalls überwiegend. |
... gibt es noch ein sehr eigenartiges
moralisches Argument, nämlich die
Behauptung, die Existenz Gottes sei
nötig, um Gerechtigkeit in diese
Welt zu bringen. In dem Teil des
Universums, den wir kennen,
herrscht große Ungerechtigkeit. Oft
leiden die Guten, während es den
Schlechten wohlergeht, und es ist
schwer zu sagen, was ärgerlicher
ist. |
Es GIBT Beliebigkeit in
jedermannfraus Leben. Ihnen
geschehen Dinge, die weder
vernünftig noch logisch ausfallen, die
scheinbar jeden Sinns entbehren.
Warum ich? Auch diese Frage
begegnete mir oft. Warum ich sie mir
niemals stellte, keine Ahnung,
jedenfalls schrieb ich bereits vor
vielen Jahren in mein Tagebuch: |
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Ja, mal ganz ehrlich, das Unglück
lauert doch hinter jeder Ecke, nur
vergißt Mensch leider, für
entgangenes Unglück ein wenig
Dankbarkeit zu fühlen. Wir waren
heute im Theater, ein Stück, in dem
ein achtjähriger Junge, der durch
einen Autounfall ums Leben
gekommen war, die Hauptrolle
spielte. Verzweifelte Eltern, klar,
Konflikte bei der Trauerrarbeit, auch
klar, aber was mir besonders ans
Herz ging war die völlig fehlende
Anteilnahme am "Schicksal" des
Autofahrers, Null-Solidarität, eher
ein Minus-Mitgefühl für den
Unglücksraben. |
Eine Erziehung, die auf die Beseitigung der
Angst gerichtet ist, ist keineswegs schwer zu
verwirklichen. Man braucht nur ein Kind mit
Güte zu behandeln, es in eine Umgebung zu
bringen, die Raum für Initiative ohne
katastrophale Folgen läßt, und es vor dem
Umgang mit Erwachsenen zu bewahren, die an
irrationaler Angst leiden, sei es nun Angst vor
der Dunkelheit, vor Mäusen oder vor einer
sozialen Revolution. Auch darf ein Kind weder
schweren Strafen oder Drohungen, noch
strengen und übertriebenen Verweisen
ausgesetzt werden. Ein Kind vor Haß zu
bewahren ist etwas komplizierter. Situationen,
die Eifersucht erregen könnten, müssen durch
sorgfältigste und gewissenhafteste
Gerechtigkeit den verschiedenen Kindern
gegenüber vermieden werden. Das Kind muß
fühlen, daß ihm wenigstens einige Erwachsene,
mit denen es zu tun hat, Zuneigung
entgegenbringen, und sein natürlicher
Tatendrang und seine Neugierde dürfen nicht
beschränkt werden, außer wenn es sich um eine
Gefahr für Leben oder Gesundheit handelt.
Insbesondere darf es weder ein Tabu in bezug
auf das Wissen um sexuelle Dinge noch auf
Gespräche über Themen geben, die
konventionell eingestellte Leute für
unanständig halten. Wenn diese einfachen
Richtlinien von Anfang an befolgt werden, wird
das Kind furchtlos und freundlich sein. |
Neben stehender Text stammt von
Betrand Russell aus seinem Buch
"Warum ich kein Christ bin". Eine
lohnenswerte Lektür, die nicht nur
zum Denken anregt. |