Zum Fliegen braucht man auch kleine Federn

Wir

  ein Tagebuch
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Heute

3. Dezember 2009

Besinnliche Weihnachtszeit? Vielleicht kann

man davon träumen, oder sich, jedenfalls die Älteren unter uns, an seine Kindheit erinnern. Es ist kein neues Phänomen, dass die Hektik zunimmt, je näher der Jahreswechsel rückt. Hier bei mir kommt natürlich kein Baum ins Haus, und geschmückt wird auch nicht, und meine Bedürfnis, Geschenke zu machen, verteilt sich auch gleichmässig über die Monate. Ruhe ist angesagt, eigentlich das ganze Jahr über.

Heute kamen ein paar Steine mit der Post an, genauer gesagt mit Hermes, und ich dachte, es wäre eine gute Gelegenheit zum Fotografieren. Bis ich hier dann los kam, hatte sich die Sonne bereits für Gelegenheitsarbeit entschieden, und als ich kurz vor unserem Bach war, fing es an zu regnen. Vorher, gleich als ich aus unserer Hofausfahrt kam und rechts auf die Straße bog, hatte ich den ersten Test zu bestehen. Ein Unfallwagen kam mit hoher Geschwindigkeit daher, und in dem Moment, als ich ihn sah, schaltete er die Sirene ein. Wenn er den vor ihm fahrenden PKW überholt hätte, wäre ich platt gewesen.

Eine Baustelle, wo es über die Hauptstraße zu den Teichen geht. Schwachmaten hatten die Betonmauer mit Schmiereien versaut, und der Reinigungsdienst musste antreten. Ich glaube, es braucht nur 5 Amokläufer, um 95 Arbeiter zu beschäftigen. Haben wir da die Lösung für den Arbeitsmarkt?

Also, ich fotografierte doch, Momente am Bach - wenn man nicht fotografieren kann.

Es regnete also, ans Fotografieren nicht zu denken. Da saß ich nun unter der Brücke, dachte, wie schnell es bei einigen Menschen gehen kann, dass sie unter einer Brücke leben müssen.

Meine Geduld lohnte sich, es wurde trocken und wenigstens ein bisschen heller. Dreizehn Steine hatte ich mitgenommen, und jeweils ein Bild zeige ich hier mal - im Galerieformat.

Das ist ein Heulandit - auf Stilbit gewachsen. Und weil der so besonders schön ist, bekommt er hier gar zwei weitere Bilder.

Obsidian - von den Liparischen Inseln

Jaspis, ein Ei

Cyanit

Coelestin

Pistazien-Opal

Schwarzer Opal

von Irene

Chrysopras

von Irene

gebänderter Jaspis

von Irene

              rosa Andenopal

von Irene

Andenopal, rosa + rot

von Irene


Pyromorphit

von Irene


Rauchquarz

Trotz schlechter Bedingungen entstanden ganz ordentlich Fotos. Nebenstehends Foto war mein letztes, einen Meter entfernt von dem Platz, an dem ich die Steine fotografierte; es paßt gut zum ersten Bild der Tagesschau.
Nass und durchgefroren fuhr ich Richtung Herne- Fussgängerzone, unschlüssig. an der Ecke sah ich dann, was ich seit Tagen suchte, einen Juwelier. Der sollte mir einen Kostenvoranschlag machen für eine Reparatur an einem Schmetterling - eine nicht unheiße Geschichte, die ich auf einer der nächsten Seiten mal erzähle.
Auf dem Weg nach Hause fiel mir diese Hauswand, an der ich bereits hunderte Male vorbei fuhr auf. Text:
Der Mensch ist am Phantasievollsten in seinen Rechtfertigungen.
Das paßte haargenau zu meinem Besuch beim Juwelier!

Mit der Kamera aktiv, da sieht man auch verschiedene andere Dinge, die beim normalen Fahren untergehen.

Den "richtigen" Vogel schoss ich ab, als ich nach dem Berg Lange Straße nicht wie gewohnt rechts Richtung Pferdeställe abbog, sondern geradeaus fuhr. Da flatterte etwas in der Luft, das im ersten Moment wie ein kleiner Drachen aussah. Beim Näherkommen suchte ich den dazugehörigen Jungen, sah keinen, und nun war klar, dass es ein Vogel war. Und was für einer! Er flatterte da in der Luft, und blieb auf der Stelle. So etwas hatte ich noch niemals gesehen, und ich fotografierte natürlich. Dann kam eine Dame auf mich zu, die ein Pferd am Halfter führte, und ich sagte. "Das ist ein Künstler". Und sie sagte: "Ja, das ist einer der Falken, die hier irgendwo ihr Zuhause haben". Klasse, da freute ich mich, durch eine nur kleine Geste Information bekommen zu haben und einen netten Menschen kennenlernte.

Bei Susanne, die mit Moritz unterwegs war, wärmte ich mich ein wenig auf und spielte ihr die Bilder auf den Rechner. Heute mal nicht in völliger Dunkelheit nach Werne fahren, auchn nicht schlecht. Beinahe wäre ich nicht weit gekommen. Am ersten Kreisel kam ein Audifahrer auf mich zugeschossen, bremste erst im letzten Moment - aber da stand ich auch schon, kopfschüttelnd!
Weihnachtszeit, da müssen die Glocken im Kopf läuten, damit man immer hellwach bleibt.

Damit fast fertig. Am Abend kam noch eine Mail von Franziska, die mir sehr nett und tiefschürfend schrieb. Auch darüber wird die Tage zu berichten sein - als Einstimmung auf das Heilge Fest, auf meine Art!

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