Wolfgang

Wir spezial



Zum Fliegen braucht man auch kleine Federn

________________________________________________________________________________________________

Funda-mental

16. Juli 2009

Wie wechselhaft das Leben auf der

menschlichen Ebene sein kann, erlebten wir innerhalb einer Stunde während unserer Probefahrt. Kurz vor einer Ampel fuhr ein PKW sehr dicht an mir vorbei, weniger als einen halben Meter. An der Ampel standen wir nebeneinander, und ich sagte sehr höflich, dass Autofahrer zu Radfahrern mindestens einen Meter Abstand halten sollten. Zwei junge Leute im Auto, der Beifahrer sagte abfällig:
"Wen interessiert das". Und dann: Fahr doch mit 'nem Zollstock". Durchs Fenster bekam ich, als sie über die Kreuzung fuhren, noch den "Finger" zum Abschied. Ne, da kommt keine Freude auf, wenn Dreck, Lärm und Beleidigungen zusammen auftreten.

Auf dem Rückweg kamen wir, nicht weit entfernt von besagter Krezung an einem Reiterhof vorbei. Ein junger Mann zu Pferd, beide nett anzusehen, ließen mich den obligatorischen Satz sprechen: "Darf ich fotografieren?" Klar, ich fotografierte, und der junge Mann stellte sich extra noch mal in Positur - und wir freuten uns beide, ein gelungener Auftritt.

Diese extreme Wechselspiel sei eine Ausnahme? Heute waren wir zum Flohmarkt auf dem Kaufparkparkplatz. Hier lief es genau so, nur zeitlich umgekehrt. Erst mal trafen wir ein sehr nettes Ehepaar, die uns nicht nur mit ihrem Steineangebot begeisterten. Beide sehr nett und kompetent, mit einer Art gesegnet, die wir beide sehr schätzen. Beschwingt machten wir unseren Rundgang und fuhren dann wieder Richtung Gerthe.

An einer Kreuzung (scheinen konfliktträchtige Orte zu sein) fahre ich bei Grün auf den Überweg, hinter mir Susanne und auf der Fahrbahn ein Mercedes-Cabrio, das rechts abbiegen will. Der ältere "Herr" musste wohl etwas heftiger bremsen, und während ich weiter fahre, schnauzt er hinter mir her, ich solle gucken, wenn ich über die Straße fahre. Klar hielt ich an, und sage, er wüßte nicht, was ich sehe (ich hatte ihn kommen sehen - und wenn ich nicht IMMER sehr gut auf die Autofahrer aufgepaßt hätte, wäre ich bereits seit vielen Jahren unter der Erde). Er paßte also nicht auf, und anstatt sich zu freuen, dass nichts passiert ist, wird schnell mal die Schuldfrage auf den Anderen geschoben - schließlich fährt man Mercedes und hat im Leben IMMER alles richtig gemacht.

Menschen sind nicht nur subjektiv wahrnehmbar verschieden, sie verhalten sich auch objektiv so, als stammten sie aus sehr verschiedenen Welten. Vielleicht stimmt das ja auch.

Menüknopf
Startseite
Federleicht-Spezial