menschlichen Ebene sein kann, erlebten wir
innerhalb einer Stunde während unserer
Probefahrt. Kurz vor einer Ampel fuhr ein PKW
sehr dicht an mir vorbei, weniger als einen halben
Meter. An der Ampel standen wir nebeneinander,
und ich sagte sehr höflich, dass Autofahrer zu
Radfahrern mindestens einen Meter Abstand
halten sollten. Zwei junge Leute im Auto, der
Beifahrer sagte abfällig:
"Wen interessiert das". Und dann: Fahr doch mit
'nem Zollstock". Durchs Fenster bekam ich, als
sie über die Kreuzung fuhren, noch den "Finger"
zum Abschied. Ne, da kommt keine Freude auf,
wenn Dreck, Lärm und Beleidigungen zusammen
auftreten.
Auf dem Rückweg kamen wir, nicht weit entfernt
von besagter Krezung an einem Reiterhof vorbei.
Ein junger Mann zu Pferd, beide nett anzusehen,
ließen mich den obligatorischen Satz sprechen:
"Darf ich fotografieren?" Klar, ich fotografierte,
und der junge Mann stellte sich extra noch mal in
Positur - und wir freuten uns beide, ein
gelungener Auftritt.
Diese extreme Wechselspiel sei eine Ausnahme?
Heute waren wir zum Flohmarkt auf dem
Kaufparkparkplatz. Hier lief es genau so, nur
zeitlich umgekehrt. Erst mal trafen wir ein sehr
nettes Ehepaar, die uns nicht nur mit ihrem
Steineangebot begeisterten. Beide sehr nett und
kompetent, mit einer Art gesegnet, die wir beide
sehr schätzen. Beschwingt machten wir unseren
Rundgang und fuhren dann wieder Richtung
Gerthe.
An einer Kreuzung (scheinen konfliktträchtige
Orte zu sein) fahre ich bei Grün auf den
Überweg, hinter mir Susanne und auf der
Fahrbahn ein Mercedes-Cabrio, das rechts
abbiegen will. Der ältere "Herr" musste wohl
etwas heftiger bremsen, und während ich weiter
fahre, schnauzt er hinter mir her, ich solle
gucken, wenn ich über die Straße fahre. Klar hielt
ich an, und sage, er wüßte nicht, was ich sehe (ich
hatte ihn kommen sehen - und wenn ich nicht
IMMER sehr gut auf die Autofahrer aufgepaßt
hätte, wäre ich bereits seit vielen Jahren unter
der Erde). Er paßte also nicht auf, und anstatt
sich zu freuen, dass nichts passiert ist, wird
schnell mal die Schuldfrage auf den Anderen
geschoben - schließlich fährt man Mercedes und
hat im Leben IMMER alles richtig gemacht.
Menschen sind nicht nur subjektiv wahrnehmbar
verschieden, sie verhalten sich auch objektiv so,
als stammten sie aus sehr verschiedenen Welten.
Vielleicht stimmt das ja auch.
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