Wolfgang

Wir spezial


Zum Fliegen braucht man auch kleine Federn

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Beruhigend

16. Oktober 2009

Wir sind viel mit dem Fahrrad unterwegs, das

dürfte wohl allen Lesern bekannt sein. Was wir erleben bedeutet, was wir sehen und entdecken, was wir denken und was wir fühlen. Das sind Gefühle für eine Welt, die wir mögen. Oft fahren wir Schleichwege durch Felder und Wiesen, vorbei an Pferden und Kühen, begegnen Joggern, Reitern, Spaziergängern mit Hunden, und gelegentlich treffen wir auch mal einen Radfahrer. Aber das ist nur die eine Seite der Medaille, deren andere Seite auch Erregungen schafft, allerdings anderer Art: Emotionen.

Heute Mittag fuhren wir Richtung Herne; es galt etwas für unsere Fahrräder zu besorgen. Wir wählten einen Weg, den ich besonders gerne fahre, und wir hielten nebenher Ausschau nach Schlehen. Die hatten bereits den ersten Frost abgekriegt und sollen am kommenden Wochenende zu Gelee verabreitet werden. an einer Stelle entdeckte ich eine Schlehe, ein Stückchen weiter vier Stück, und dann - dachte ich, dass der Knick ja eine Rückseite hat, die nicht offensichtlich ist für an diesen Früchten interessierte Spaziergänger. Ich stieg vom Rad, und Suse nahm die Kamera, um die am Wegesrand wachsenden Pilze aufs Korn zu nehmen. tolle Bilder entstanden - eins zeige ich hier, mehr mehr will, klickt auf das Bild und kommt auf eine Extraseite.

Auf der anderen Straßenseite lärmt ein Bauer mit seinem Trecker, nach ein paar Augenblicken knattert ein Motorradfahrer den Feldweg entlang. Susanne stromert fotografierend durch das Grün, ich kämpfe mit den Schlehendornen und Brennnesseln - erfolgreich, es wird am Ende ein knappes Kilo der kleinen schwarzen Früchte zusammen kommen.  Unsere Reise geht weiter, durch Seitenstraßen, mal ein Stück Hauptstraße, bis wir zur alten Zeche ??? abbiegen. Ein Leiterwagen, der nach Erntedank aussieht, ist ein Bild wert, auch der Förderturm, dazu ein paar seiner Details - Technik.

Von dort aus fahren wir einen sehr ruhigen Weg durch den Wald, entlang eines Schrebergeländes. Dann ist es vorbei mit dem Frieden, Hauptstraße, Lärm, Abgase, die normale Welt. Erinnerte mich an vorgestern Abend, als ich auf der Heimfahrt nach Werne anhielt, um mir meine Handschuhe anzuziehen - da war nichts, nichts, gar nichts zu hören, vollkommene Stille. Ich erschrak ein bisschen, so ungewohnt war das - weil für ein paar Momente kein Auto an mir vorbei fuhr; ja, so ist das: wir haben uns an vieles gewöhnt, das im Prinzip nicht in Ordnung ist.

Auf dem Parkplatz des Supermarktes ein jugendlicher Rollerfahrer, der auf fünf Meter zwei Mal Vollgas und Vollbremsung zelebrieren musste. Meine Ansprache half nichts - er fuhr auf die selbe Art wieder ab. Auf den zweihundert Metern bis zu Fahrras-Korte zwei haltende Autos auf dem Radweg. Im Laden bei Frank dann ein paar Momente Ruhe und strahlende Gesichter, weil ich die Sattelstütze aus dem Rahmen bekam. Und Frank gab mir eine Zusage, mich bei meinen Fahrradseiten zu unterstützen - prima!

Fotografieren wir noch an unserem Ostbach? Nein, wir fahren nach Hause. "Vorsicht, Scherben". Erst gestern hatte Susanne zwei Mal eine Platten. Flachmänner und Müll am Wegesrand. Hastende Menschen, verkniffene Gesichter, ein Unfallwagen mit Sirene, Fussgänger auf dem Radweg, eine Baustelle. Da beginnt der zweite Teil meiner Geschichte, an einer Stelle, wo es weder einen Radweg gibt noch eine Abflachung des Bordsteins, um eine Seitenstraße zu überqueren; wir beide müssen absteigen.


Dann kam das Geräusch, gerade als ich wieder aufsteigen wollte. Eine Fata Gansana - Gänsegeschnatter mitten in Herne?  Susanne meinte, es könnte vielleicht eine aus Kunststoff mit Bewegungsmelder sein. Das wollte ich nun genauer wissen und schaute über das Gartentor.

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