Um das Thema weiter zu erhellen, hier ein paar Worte über
Germaine Greer
Für die Generation, die Ende der 60er Jahre von der Studenten-
in die Frauenbewegung überging, bleibt Germaine Greers The
Female Eunuch (1970; Der weibliche Eunuch) einer der
klassischen Texte der »zweiten Welle« des Feminismus. In
diesem Erstlingswerk und in späteren Texten (Wechseljahre,
1991; Die ganze Frau, 1999) schreibt Greer bewusst polemisch
und nicht immer konsequent für und gegen Frauen.
Ihre persönlichen Erfahrungen in Indien und Afrika nahm sie in
Die heimliche Kastration (1984) zum Anlass, nicht nur Forscher,
Mediziner und Psychologen, sondern auch die Frauen der
westlichen Industrienationen anzugreifen, die nicht einmal
wüssten, was ihr Slogan von der »Schwesterlichkeit« bedeutet
und sich weiter im Konsumrausch ergingen, während um sie herum
die Armut weltweit feminisiert werde. Die privilegierte und
immer noch kastrierte Frau in Amerika und Europa lasse sich auf
der Basis ungenügender Informationen über ihre Physiologie und
Psychologie für jede Lebensphase Anabolika verschreiben, ob zur
Geburtenregelung oder als Hormonersatztherapie. Noch
katastrophaler sei die Wirkung dieser Medikamente, wenn sie
wegen einer vermeintlichen »Bevölkerungsexplosion« von
gewinnorientierten multinationalen Pharmafirmen und Bürokratien
an Frauen in der dritten Welt verteilt würden.
In ihren späteren Werken betont sie die Mütterlichkeit, die
Matrilokalität anderer Kulturen und die Wichtigkeit von
Frauenfreundschaften jeder Art, besonders im Alter
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