Zu meiner "Gesundung" gehörten einige wichtige Schritte, die sich eher im
mentalen Bereich meines Ich abspielten. Möchte das mal beschreiben als
die Einstellung zu mir und zum Leben schlechthin. Schritte waren zum
Beispiel:
- als mir wichtig war, wie ich, und nicht wie andere über mich denken;
- ich tue (und tat!) immer mein Bestmögliches
Hätte ich es besser gekonnt, hätte ich es besser gemacht. Dazu kommt eine
ganz einfache Betrachtung, die mich das Leben auf vielfältige Weise lehrte:
was ich als Mensch denke, was GUT (oder schlecht) ist, ist sehr subjektiv,
muss subjektiv sein, weil ich nur einen kleinen Ausblick dessen überblicken
kann, was mein Leben für Auswirkungen oder Folgen hat.
- ich bleibe mir selbst treu;
Der Volksmund sagt, man könne nicht zwei Herren dienen. Ich fühle, das
Leben IST Dienen, und mit dieser Einstellung braucht es weder einen noch
mehrere "Herren".
- meine erste Pflicht, etwas zu leisten, besteht immer MIR gegenüber
- Ich achte und respektiere Leben in jeder Form, die mir begegnet;
- Mein Lebenslauf ist genauso einzigartig wie das aller anderen Menschen;
Irgendwann begriff ich, dass Menschen in ihrer Gesamtheit EINE
Gemeinschaft sind, die in EINER Schöpfung tätig sind und hin zu EINEM
Ziel arbeiten. Und ich glaube fest daran, dass die Entwicklung planvoll und
hin zu einem Erfolg verläuft. Daran arbeiten alle Menschen nach besten
Kräften, jeder auf seinem Platz, jeder mit seinen Fähigkeiten und
Aufgaben. Insofern glaube ich, dass:
- alle Menschen von ihrem Wesen her Brüder bzw. Schwestern sind; alle
sitzen in EINEM Boot. Insofern ergibt sich für mich eine ganz wesentliche
Betrachtung:
Alle Menschen tragen die Verantwortung für Leben gemeinsam, und sie
werden ihr gerecht allein dadurch, dass sie am Leben teilnehmen. Wer aber
allein durch sein Lebendigsein Verantwortung trägt, kann niemals
gleichzeitig eine Schuld haben.
"Menschen sind alle ohne Schuld". Das ist eine der Kernaussagen meiner
Lebensphilosophie. Es ließen sich viele Gründe aufzählen, warum diese
Aussage richtig ist.
- Ich besitze nichts wirklich, außer mein Lebendigsein
Das ist eine weitere Kernaussage für meine Existenz. Alles, was man mit
Geld kaufen kann und alles Materielle ist mir nur für den zeitweisen
Gebrauch nützlich und kann jederzeit ersetzt werden oder ganz aus
meinem Umfeld verschwinden.
Ziemlich extrem ist meine Einstellung zu Kindern. Ich sage nicht: "Das ist
MEIN Kind." Es passt nicht in meine Vorstellung von der menschlichen
Freiheit, ein anderes Wesen besitzen zu wollen. Kinder, ja, denen darf ich
etwas lehren, um sie auf ihr weiteres Leben besser vorzubereiten. Was
aber viel wichtiger für mich ist:
Ich kann (und MUSS!) etwas von ihnen lernen.
Mein Leben war bewegt, der Weg oft steinig, ungewiss und tückisch,
begleitet von Betrug und Verrat. Mag das dazu begetragen haben zu einer
Fähigkeit, für die ich besonders dankbar bin:
Ich bin dankbar.
Das Gefühl sitzt tief in mir: ich darf dabei sein, ich darf mitmachen, ich habe
Chancen für Entscheidungen, ob ich mich an Aktionen beteilige oder nicht; ich
kann relativ beschützt in einer bunten Gesellschaft leben, so, dass ich sagen
kann:
Das Schicksal meinte es sehr, sehr gut mit mir.
- Für mich zählen nur Werte, die beständig sind und die ich tatsächlich
kontrollieren kann. Dazu gehören nur Fähigkeiten oder Werte, die in mir
selbst sind, die zu meiner Persönlichkeit gehören, also meine Identität
bestimmen. Das sind Ideale, Fähigkeiten und die Eigenschaften, die mein
Leben federleicht machen und mir UND meinen Mitmenschen dienen.
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