möchten wir nun auch diesen Stein näher vorstellen. Eine sehr
ausführlich Beschreibung fanden wir in
Frank Skielka's Lexikon der Edelsteine. Seine Seiten sind sicher einen
Besuch wert.
Feueropal (bekannt nach der orangen Farbe) zeigt kein Opalisieren. Er
ist meist milchig trüb. Beste Sorten sind klar durchsichtig, sie werden
facettiert. Gegen jede Art der Beanspruchung sehr empfindlich.
Lagerstätten in Mexiko, außerdem in Brasilien, Guatemala, USA und
Westaustralien. Im Feueropal steckt jugendliche Kraft, ein Edelstein
aus irdischer Glut.
Wie ein glühender Vulkan betört der Feueropal seit 125 Jahren
Juwelenkenner auf der ganzen Welt.
Es ist der einzige Edelstein, der das ohnehin seltene Orange in allen
Abstufungen von Gelb bis Rot und in jeder nur möglichen Intensität
zeigt. Die Farbe also ist seine schönste und stärkste Eigenschaft, was in
der Sagenwelt der Perser und Inder zu dem Schluß führte, daß solche
klaren und bunten Steine nur in den Wassern des Paradieses entstanden
sein könnten.
In seiner Substanz gehört der Feueropal, wie sein Name verrät, zur
Gruppe der Opale. Er besteht aus dem gleichen Grundstoff wie der
Quarz, nämlich aus Siliziumdioxyd, nur kommt ein bis zu
zehnprozentiger Wasseranteil hinzu. Ungewöhnlich ist daneben die
Struktur, ein amorphes Kieselgel mit darin eingebetteten sehr
gleichmäßigen Cristobalit-Kügelchen. Diese dichten Kugelpackungen, die
erst in den 60er Jahren entdeckt wurden, sind die Ursache für das
lebhafte Farbenspiel, das der Edelopal im auffallenden Licht zeigt. Der
Feueropal hat diesen bunten Zauber nur selten. Seine einmalige Farbe,
die er Spuren von Eisenoxyd verdankt, kommt nämlich am besten in den
klaren und durchsichtigen Exemplaren zur Geltung. Sie werden dann
auch facettiert geschliffen, was sonst für Opal absolut unüblich ist. Wie
das ICA Gembureau Europe mitteilt, erreichten einige erstklassige
Steine sogar Gewichte von über 50 Karat.
Trotz seiner geringen Lichtbrechung hat ein guter Feueropal eine
beachtliche Leuchtkraft. Steinheiler sagen ihm deshalb nach, daß er für
optimale Durchblutung der inneren Organe sorgt. Er soll Mut,
Willensstärke, Ausdauer und Energie verleihen und dank seiner großen
Kraft sogar alte Denkweisen im Menschen auflösen und dadurch Raum
für neue Ideen schaffen. Aber selbst wer sich nicht auf Energien in
Edelsteinen und davon ausgehende Schwingungen einlassen mag, wird
beim Anblick eines Feueropals unweigerlich das Gefühl von Wärme
haben.
Das entspricht dann auch ganz und gar der Herkunft des schönen
Steines. Feueropale finden sich grundsätzlich in Hohlräumen und Spalten
vulkanischer Gebirgsmassive. Meist sind es helle, sandfarbene
porphyrartige Trachyte. So kommt es nicht von ungefähr, daß Alexander
v. Humboldt von seiner ersten großen Reise, die er mit dem
französischen Botaniker Aimé Bonpland nach Süd- und Mittelamerika
unternahm, im Jahre 1804 die ersten Feueropale aus Mexiko nach
Europa brachte. Die Vulkane der Anden faszinierten den berühmten
deutschen Naturforscher nämlich ganz besonders. Er hatte bereits den
Chimborazo in Ecuador bis in 5759 m Höhe erklommen und in Mexiko den
Popocatépetl erforscht. Da mußte er unweigerlich auf die opalführenden
Gesteine, die das mexikanische Hochland mit seinen vielen erloschenen
Vulkanen in Nord-Süd-Richtung durchziehen, stoßen.
Es steht fest, daß bereits die Mayas und Azteken nach Feueropalen
gruben und sie als Schmuck, zur Gestaltung von Mosaiken und für
kultische Zwecke verwendeten.
In einem Gebiet wurden sie "Quetzal-itzlipyollitli" (Paradiesvogelstein)
genannt. Man kann davon ausgehen, daß schon die spanischen Eroberer
Anfang des 16. Jahrhunderts Feueropale mitbrachten, wenn sie auch in
der Liste der von Cortes an Kaiser Karl V. übersandten Kostbarkeiten
nicht aufgeführt sind. Schließlich gingen die Kenntnisse der Ureinwohner
verloren, bis erst etwa ab 1835 wieder ein systematischer Abbau
begann.
Bis heute hat Mexiko die bedeutendsten Feueropal-Fundstellen der
Welt, so daß dieser Schatz der vulkanischen Vergangenheit oftmals als
National-Edelstein des Landes bezeichnet wird. Die ergiebigsten
Vorkommen liegen bei Zimapan im Staat Hidalgo und im Staat
Querétaro, dessen gleichnamige Hauptstadt (400 Kilometer
nordwestlich von Mexiko-City) bereits ein wichtiges aztekisches
Handwerkszentrum für Opalverarbeitung war. Bis auf wenige
Ausnahmen erfolgt die Gewinnung im Tagebau, wobei sich dann
imposante Canyons mit bis zu 60 Meter hohen Wänden oder
labyrinthartige Gänge durch den Berg ziehen. Als weitere Fundpunkte
von Feueropal werden in der Literatur in Fortsetzung der
mexikanischen Vulkankette Guatemala und Honduras, dann Nevada
(USA), Westaustralien, die Faröer-Inseln, Nordafrika und das Simavtal
in der Türkei südlich des Marmarameeres genannt. Diese Lagerstätten
haben jedoch nur mehr oder weniger lokale Bedeutung. Gerade deshalb
läßt jede neue Nachricht aufhorchen. So kamen erst kürzlich gelb- bis
orangefarbene abgerollte Steine in einer Achatmine bei Campos Borges
im südbrasilianischen Staat Rio Grande do Sul zum Vorschein, die sich
als schleifwürdige Feueropale erwiesen. Die aus dem fast klaren
Material facettierten Exemplare erreichen ein Gewicht von über sieben
Karat. Für das edelsteinreiche Brasilien ist das erst das dritte
Vorkommen.
Der Feueropal ist eine Kostbarkeit, die vor allem von jungen Menschen
bevorzugt wird, weil sie die Farben pulsierenden Lebens zeigt und
Schönheitssinn und Schaffensfreude schenkt.
Beim Auffinden sind viele Feueropale mit einer kreidig-weißen
Verwitterungskruste überzogen. Es ist ein Zeichen dafür, daß diese
Steine durch Wasserverlust altern können und dabei trübe und rissig
werden. Trockene Luft und trockene Wärme mag dieser Edelstein auf
Dauer deshalb ebensowenig wie die Berührung mit Säuren, Laugen oder
scharfen Gegenständen. Mit seiner nur mäßigen Härte, die unter der
des Quarzes liegt, empfiehlt er sich am ehesten zum Hals- und
Ohrschmuck. Als Ringstein müßte auf eine schützende Fassung geachtet
werden, wenn er häufig getragen werden soll.
Im Andenkenschmuck, der ja oft aus sentimentalen Motiven, wie
Freundschaft und Liebe oder gar melancholischem Abschiedsschmerz,
weitergegeben wird, hat dieser Stein ebenfalls seinen Platz. Manche
sagen ihm sogar nach, daß er die Gabe des Hellsehens verleiht.
Die pfiffigste Ausbildung erfahren einige mexikanische Feueropale
durch zusätzliches buntes Farbenspiel im auffallenden Licht. Sie
erhielten den Namen Girasol und bieten mit ihrem überwiegenden
Grünschiller zum kräftigen Orange einen reizvollen Kontrast. Schon
lange hat man verständlicherweise versucht, Feueropale mit milchigen
Glaspasten nachzuahmen. Für den Girasol legte man dann eine
Pfauenfeder unter, die mitunter auch minderwertiges Naturmaterial
aufwerten sollte. Solchen Imitationen kommt man jedoch relativ schnell
auf die Spur, denn echter Feueropal zeigt einen ausgeprägten Fettglanz
und unter lang- und kurzwelligem UV-Licht meist eine grünlich-braune
Fluoreszenz.
Gemmologie
Chemische Zusammensetzung:
SiO2 . nH2O wasserhaltiges Siliciumdioxid
Mohs -Härte:
5,5 - 6,5
Dichte:
1,98 - 2,50
Lichtbrechung:
1,37 - 1,52
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