ich unsere brach liegende Abteilung "Heilpflanzen und -kräuter mal in
Schwung zu bringen. Der Frühling steht ja vor der Tür und wird uns,
die wir ein Auge für die Geschenke der Natur haben, in den nächsten
Monaten reichlich grüne Beute bescheren.
Erst mal landete ich auf der Seite von Ratgeber für Naturheilkunde,
und fand den persönlichen Beitrag von Frank Beckers so gut, dass ich
ihn hier rein stelle:
Die Kamille ist eine einjährige Pflanze, deren Wuchs 15-50 cm
beträgt. Der Stiel der Kamillepflanze ist gerade und spitz. Sie
besitzt einen vollen Blütenblätterkopf, der ihr einen sehr
aromatischen Duft verleiht. Die Kamille ist sehr beliebt, als heilendes
Kraut und wird auch sehr viel verwendet. Sie stammt aus Süd - und
Osteuropa und wird mittlerweile auf fast der ganzen Welt genutzt.
Sie benötigt einen nährstoffreichen, kalkarmen und humusreichen
Lehm oder Ton Boden, damit sie gut gedeihen kann. Denn schließlich
benötigt man ja sehr viel von dieser Kräuterheilpflanze.
Anwendungsgebiete der Kamille
Ätherische Öle werden aus Ihr gewonnen und für
entzündungshemmende und krampflösende Medizin
verwendet, wie z.B. bei Blähungen, Menstruations
Beschwerden oder auch überwiegend bei Magen- und
Darmproblemen. Doch man kann sie auch zu vielen
anderen Zwecken, z.B. Umschläge, Wickel, als
Gurgelwasser für Hals und Rachen verwenden oder
als ein Balsam für Wunden im Mund, eigentlich kann
man sie auch für alle Wunden anwenden. Somit wird
die Kamille nicht nur für die Gesundheit verwendet,
sondern auch für die Schönheitspflege. Dazu gehören
unter andrem Hautcremes, spezielle Handcremen,
Shampoo für die Haare, als Packung und Spülung dazu,
oder für Gesichtsmasken, oder als Schaumbad zum
Entspannen.
Somit sehen Sie, dass Kamillenprodukte vielfach zu
verwenden sind. Mehrfach wird die Kamille mit ihren
ätherischen Ölen auch für die homöopathische Heilung,
in ihrer Darreichungsformen als Globili oder auch als Granulat und
Tinktur, oder auch in Tablettenform eingesetzt. Sehr gut ist sie auch
zur Inhalation der Atemwege bei zum Beispiel
Nasennebenhöhlenentzündungen anzuwenden. Auf fast der ganzen
Welt wird Kamille inzwischen in der natürlichen Medizin genutzt.
Meist wird sie dort nicht mit Alkohol und anderen Mitteln gestreckt,
sondern in ihrem natürlichen Zustand benutzt.
Erinnere mich an den letzten Sommer, alsich durch die Felder
streunte und für Susanne Kamillenblüten für ihr Badewasser pflückte
- und wie oft wir an Kamillenpflanzen vorbei fuhren und sagten, "das
ist echte", oder "das ist unechte".
Wer sich für die Anwendungsgebiete interessiert, dem empfehle ich
die sehr gute Seite von "Lexikon der Aromatherapie".
Hier ist noch ein Text zur
Geschichte
Die Kamille – auch Anthemis genannt – war schon bei den Griechen eine
sehr beliebte Heilpflanze; und so schreibt ihr auch Dioskurides (1. Jh.
n.Chr.) im ersten europäischen Kräuterbuch eine ganze Reihe von
Heilwirkungen zu: sie treibt den Urin und den Stein, hilft bei der
Geburt, bei Blähungen und Leberleiden sowie bei Blasenentzündung.
Odo Magdunensis (11. Jh.) beginnt im ‚Macer floridus’ sein Kapitel zur
Kamille in lyrischer Rede: „Anthemis nennt Asklepius, der Autor,
unter hohen Lobreden und Empfehlungen die Pflanze.“ Unter anderem
hören wir: „Ein fieberschweres Haupt pflegt oftmals
Hautentzündungen (wie die Gesichtsrose) durch seine Hitze zu
erzeugen; oder wenn sich die bösen Säfte in ihm sammeln, erzeugt es
fürchterliche fressende Geschwüre; der Grieche nennt sie
Exantheme (Hautausschlag): kocht man die Kamille frisch in Öl, treibt
sie diese zurück. Bleibt hier die Wirkung aus, weicht man die frische
Kamille in Essig ein und wäscht damit das Haupt: keine Salbe hilft
besser.“
Unbegreiflicher Weise erwähnt die Hildegard die Kamille mit keinem
Wort, dafür lobt das ‚Leipziger Kräuterbuch’ (~ 1435) die Pflanze
nahezu überschwänglich: ihre Kraft sei, dass sie auflöst und weich
macht und verfeinert, und was sie auflöst, das wird auch fließend
gemacht. Wörtlich heißt es noch „und sie legt die Schmerzen, und
erweicht die harten Glieder, und macht kleine Verdickungen der Haut
wieder sanft, und vertreibt die Fieber, die durch die cholerischen
Feuchtigkeiten entstehen.“ Dies sind nur zwei kurze Ausschnitte aus
dem Kapitel.
Neben der Bekämpfung von entzündeten Geschwüren, neben ihrer
weichenden und öffnenden Wirkung nennt Konrad von Megenberg (14.
Jh.) noch weitere Wirkungen; danach soll sie auch die Glieder
kräftigen, das Hirn stärken und aus dem Haupt die schlechten Säfte
treiben.
Alle Kräuterbücher sprechen übrigens von drei Arten, die sich nur
durch die Blüte unterscheiden: eine hat weiße Blüten, die zweite
gelbe, die dritte purpurfarbene. Die weißblühende ist die echte
Kamille, die gelbe die Färber-Hundskamille (Anthemis tinctoria), die
dritte Art bleibt unklar, vielleicht ist Anthemis rosea gemeint.
Allgemein wird die Kamille in der Klostermedizin als wärmend und
trocknend im 1. Grad eingeordnet, was eigentlich auf eine eher
schwache Wirkung schließen lässt. Allerdings heißt es bei Konrad von
Megenberg, dass die Kamille deshalb so positive Wirkungen entfalten
kann, weil ihre Wärme ziemlich genau der des menschlichen Körpers
entspricht. Stets wird auch die auflösende, fließend machende Kraft
der Kamille beschrieben; dies bezieht sich auch auf die äußere
Anwendung bei verschiedenen Arten von Hautentzündungen. Eine
weichmachende, fliessendmachende Pflanze hat natürlich auch eine
harntreibende Wirkung und führt die Menstruation herbei.
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