nichts am Huf, aber so schlimm ist es mit mir noch nicht - es sind noch
relativ normale Füße an den Beinen. Gesehen hat die Pflanze sicher schon
jeder von euch, aber auch gewusst: das ist Huflattich? Und gewusst, was
das kleine Kraut alles bewirken kann? Bei Heilkräuter im Lexikon findet
ihr sehr viel Wissenswerte, aber ich gehe mal wieder zu den "kleinen"
Leute.
Die Pflanze
Der winterharte Gemeine Huflattich zählt zur Familie der
Korbblütengewächse. Der bis zu 0,5 cm dicke Wurzelstock treibt nach
dem Winter Blütenstiele mit je einem Köpfchen aus. Zur Blütezeit sind
die mit grünen bis rötlichen Schuppenblättern bedeckten, behaarten
Stiele 5 bis 10 cm lang, zur Fruchtzeit beträgt die Länge 30 cm. Die
Blütenkörbchen sind bis zu 13 mm breit. Die weiblichen Zungenblüten
(mit Griffel und Fruchtknoten) sind in mehreren Reihen angeordnet. In
der Mitte des Köpfchens sitzen auf dem hohlen Blütenboden etwa 35
Scheibenblüten, welche die Pollen zur Befruchtung liefern. Sie besitzen
einen unfruchtbaren Fruchtknoten und voll entwickelte Staubblätter.
Aus den Blüten entwickeln sich 3 bis 6 mm lange, mit einer Haarkrone
versehene kahle Früchte. Nach der Blüte entwickeln sich die
ausschließlich grundständigen Blätter, die am Anfang beidseitig
weißwollig-filzig behaart sind und oberseits rasch verkahlen. Der
Blattrand ist ein- bis zweifach gezähnt. Die herzförmig-rundliche, 20 bis
30 cm große Blattspreite ist deutlich vom Blütenstiel abgesetzt. Der
Blütenstiel ist im Gegensatz zum Stiel der Gemeinen Pestwurz seitlich
zusammengedrückt und glatt.
Zum Sammeln
Jahreszeit - die Blüten sammelt man bei schönem Wetter, wenn sie ganz
entfaltet ist(Blütezeit: Februar bis März). Danach schnell trocknen. Die
Blätter erntet man vor allem in den Monaten Mai und Juni. Bevorzugt
werden junge, handtellergroße Blätter. Pflanzen die in der Sonne
wachsen haben einen höheren Wirkstoffgehalt.
Die Blätter nicht waschen.
Was die Anwendungen betrifft, greife ich auf die bereits bewährte
Seite von Kaesekessel zurück:
Anwendung:
Mit den schleimlösenden und entzündungswidrigen Eigenschaften der
Huflattichblüten können wir sie bei Bronchitis, Kehlkopf- und
Rachenkartarrh, Bronchalasthma und Brustfellentzündung, ja sogar bei
bebinnender Lungentuerkulose einsetzen. Bei langwierigem Husten und
quälender Heiserkeit sollte man öfters am Tag Huflattichtee mit Honig
vermischt sehr heiß trinken.
Nachdem die Blätter mehr Wirkstoffe als die Blüten enthalten, sammelt
man sie auch noch deshalb, um bei der Teebereitung eine Mischung von
Blüten und Blättern verwenden zu können.
Von den Naturärzten des Altergums herrscht über den Huflattich ein
großes Lob. Die frischen Blätter gewaschen und als zerdrückten
Blätterbrei auf die Brust gelegt, helfen bei jeder schweren
Lungenerkrankung, bei Rotlauf und bei Gewebeverletzungen, die
blaurote Anschwellung und sogar bei Schleimbeutelentzündungen. Die
Wirkung dieser Breiumschläge sind verblüffend. Umschläge mit starkem
Absud von Huflattichblättern werden bei skrofulösen Geschwüren
angewendet. Huflattichdämpfe, sowohl von Blüten als auch von Blättern,
sollen bei chronischer Breonchitis mit einhergehenden Anfällen und
erstickender Atemnot mehrmals am Tag eingeatmet werden. In
kürzester Zeit stellt sich eine große Erleichterung ein. Gewschwollene
Füße sollten Sie öfters in einen Absud aus Huflattichblättern baden.
Ein Sirup,
den wir aus Huflattichblättern bereiten können, bewährt sich bestens
bei Lungenleiden und Bronchialkratarrh. In einen Tontopf oder in ein
Grukenglas füllt man abwechselnd eine Schicht Blätter und eine Schicht
Rohrzucker, läßt alles setzen und füllt solange nach, bis das Gefäß voll
ist. Dann wird es mit zwei bis drei Lagen starkem Pergament oder
Cellophan gut zugebunden und im Garten an einer geschützten Stelle in
ein Erdloch gestellt. Man legt ein Brett drüber und gräbt den Topf oder
das Glas mit Erde zu. Die gleichmäßige Wärme bewirkt einen
Gärungsprozess. Nach acht Wochen gräbt man den Topf oder das Glas
wieder aus und kocht den gewonnenen Huflattichsirup ein- bis zweimal
auf. Ausgekühlt in kleinere, weithalsige Flaschen füllen. Dieser Sirup ist
für die Winter- und Grippezeit unser bester Schutz. Man nimmt ihn
teelöffelweise.
Bei Asthmaleiden, dauernden Bronchial- und Raucherschäden leisten im
Frühjahr zwei bis drei Teelöffel von frischausgepreßten Saft der
Huflattichblätter in einer Tasse Fleischbrühe oder warmer Milch
ausgezeichnete Dienste.
Bei Venenentzündung kann man aus frischen, zerstoßenen Blättern und
frischem Obers (Sahne) eine salbenartige Masse bereiten, die man auf
die entzündeten Stellen legt und mit einem Tuch leicht abbindet. Frisch
gepreßter Saft aus den Huflattichblättern ins Ohr geträufelt hilft bei
Ohrenschmerzen.
Gegen wundgelaufene Füße legt man Huflattichblätter mit der
Unterseite Richtung Fuß in die Socke.
Huflattich sollte grundsätzlich nicht länger als 3 Wochen eingenommen
werden.
Nebenwirkungen:
Wild wachsender Huflattich kann je nach Standort beträchtliche Mengen
an leberschädigenden Substanzen enthalten! Nicht für Schwangere oder
Kleinkinder! Huflattich nicht über einen längeren Zeitraum einnehmen.
Morgen, wenn es nicht wieder wie aus Eimern schüttet, fahre ich ins
Gelände und suche nach Huflattich - und eröffne damit die
Kräutersaison.
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