pflückten ihn, um einen Kaltauszug zur Düngung unserer Orchideen
herzustellen. Könnte sein, dass wir auf unseren Orchideenseiten
darüber schrieben, aber die Seiten gingen ja allesamt verloren. Nun
geht's aufs Neue los mit einer Pflanze, die zur Anwendung vor allen
Dingen eines braucht: man muss sie vom Sumpfschachtelhalm
unterscheiden können. Schauen wir mal.
Wellness-gesund schreibt:
Der Acker-Schachtelhalm zählt zur Familie der
Schachtelhalmgewächse. Er überwintert mit seiner tiefen, im Boden
kriechenden, rötlichen bis schwarzen Grundachse. Aus dieser wachsen
meist einjährige Sprosse mit jeweils einer endständigen Ähre. Sie
wird von kurzen, schildförmigen, gestielten Sporangienträgern
gebildet. Auf der Unterseite jedes Sporangienträgers sitzen 6
sackartige Sporenbehälter (Sporangien). Die durch Haftfäden zu
Gruppen vereinigten Sporen werden durch den Wind verbreitet. Jede
Spore entwickelt sich zu einem kleinen, grünen, unregelmäßig
gelappten Vorkeim (Prothallium), mit entweder männlichen oder
weiblichen Geschlechtsorganen. Die männlichen Geschlechtszellen
schwimmen bei ausreichend vorhandenem Wasser zu den weiblichen
Eizellen und befruchten sie. Aus dem Keim entwickelt sich ein neuer
Schachtelhalm. Der Wurzelstock treibt nach der Sporenreife der
Assimilation dienende, bis zu 40 cm hohe sechs- bis neunzehnrippige
Sprosse. Diese bestehen aus gestreckten, hohlen Gliedern, die an den
Nodien durch eine Querwand voneinander getrennt sind. Die
einnervigen, quirlig an den Schaftknoten stehenden Blätter, sind zu
einer am Stengel anliegenden Scheide verwachsen.
Sporenreife: März bis April
Sammelgut: Kraut
Sammelzeit: Mai bis August
Was diese Informationen mit Wellness zu tun haben? Schauen wir mal
weiter. Bei Heilpflanze fand ich diesen Text:
Bekannt ist die Pflanze durch den fruchttragenden Frühjahrswedel,
der von ahnungslosen Wanderern oft mit Pilzen verwechselt wird. Der
Sommerwedel gleicht einem Miniaturtannenbaum. Vieles in der Biologie
der Schachtelhalme ist aussergewöhnlich. So auch seine Wirkstoffe
wie Kieselsäure, Glykosid, Gerbstoffe, Saponin (Equisetonin), Eisen,
Mangan, Aluminium, Magnesium, div. Flavonide und Palustrin, die
blutstillend (auch bei Nasenbluten), harntreibend, narbenbildend, für
die Haut aufbauend und für den Körper mineralienzuführend sind. Pfr.
Kneipp betrachtete ihn als „unersetzbar und unschätzbar“. Nur
Bambou hat noch mehr pflanzlich gebundene Kieselsäure (siehe
Bambou tabashir). Im Wechsel mit Bambus kann der Körper
wunderbar remineralisiert werden, worauf besonders ältere
Menschen achten sollten. Die Sprossteile wirken stark harntreibend
bei Harnwegs- und Prostataleiden, beruhigen auch die Schleimhäute
der Harnwege, helfen bei Bettnässen und Hautproblemen. Geerntet
wird während der ganzen Wachstumszeit. Der Absud sollte mind. 15
Min. oder noch länger gekocht werden, um die wichtigsten Wirkstoffe
freizusetzen. Besonders hier empfiehlt sich die Kapsel, denn das
Pulver der Pflanze ist fein zerrieben, unvermischt und in reiner Form
darin enthalten.
Na, das ist doch schon etwas Genaueres. Der Kräuter-Almanach
schreibt zu
Geschmack und Verwendung in der Küche:
In der Küche findet der Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense)
Verwendung. Die im Frühjahr erscheinenden fruchtbaren
(sporangientragenden) Sprosse (gelbliche bis rotbräunliche Färbung)
sollen ähnlich wie Spargel zuzubereiten sein. Aus den anschließend
erscheinenden sterilen grünen Trieben lässt sich Tee zubereiten.
Schachtelhalmtee ist zwar vor allem als Arzneitee bekannt, ist aber
durch seinen angenehm milden Geschmack auch als bekömmliches
Getränk im Rahmen einer gesunden Ernährung zu verwenden.
Auf der Seite von gesundheits-pro werde ich an den anderen Namen
für den Ackerschachtelhalm erinnert:
Der heißt übrigens auch Zinnkraut, denn mit ihm wird das Metall
wieder blitzblank. Aufgrund des hohen Gehalts an Kieselsäure wirkt
der Acker-Schachtelhalm als eine Art "pflanzliches Schmirgelpapier."
Zur Geschichte erfährt man dort:
Schachtelhalme gehören zu den ältesten Gefäßsporenpflanzen der
Welt: Vor knapp 400 Millionen Jahren entwickelten sich diese
Gewächse – mit damals baumgroßen Trieben. Aus deren Überresten,
sowie weiteren Arten, entstand die Steinkohle, die zu einem der
wichtigsten fossilen Brennstoffe wurde. Überbleibsel dieser uralten
Pflanzengruppe ist, neben weiteren Vertretern, der Acker-
Schachtelhalm.
Aha, dann wuchs diese Pflanze bzw. der Baum damals also auch im
Ruhgebiet, also hier. Na ja, als letzte Information liefere ich den Preis
für 100 Gramm Ackerschachtelhalm im Ostfriesischen Teehaus: 1,60
Euro. Da gehen wir doch besser wieder auf einen unserer Streifzüge.
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