Zum Fliegen braucht man auch kleine Federn

Einige Informationen zum Auszugsmehl

Als Auszugsmehle werden Mehle bezeichnet, die gänzlich von ...
Kristallsalz

Gaumenfreuden

Brot backen...
Menüknopf
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7. Februar 2009

Unser Essen kommt aus dem Supermarkt: Schnell,

einfach und (scheinbar) mühelos kann man für Geld alles immer beschaffen. Aber dieses Schlaraffenleben hat seinen Preis: Zum einen haben wir keinen Einfluss auf das, was uns mit dem Gekauften mitgeliefert wird an Zusätzen, Schadstoffen, Rückständen, Giften, künstlichen Aromen und und und... : Der Mensch ist, was er isst! Zum anderen verlieren wir den Bezug zur Nahrung, zum Lebens - Mittel. Wie viele Kinder wissen heute, woraus Nudeln sind, wie man einen Apfel schält, dass man einen Tortenboden auch selber backen kann? Wer macht heute noch die Erfahrung, wie die Lebensmittel und deren Zutaten riechen, sich anfühlen, wie sie natürlicherweise schmecken - und eben nicht als verarbeitetes - oder wie die Lebensmittelindustrie es nennt "veredeltes" Produkt?  Welches Kind sieht noch Früchte wirklich wachsen und reifen, weiß, dass dieses Reifen seine Zeit braucht, und dass im Laufe der Jahreszeiten eigentlich nicht alles immer verfügbar sein kann? Unsere Nahrung ist eben zu einem Produkt geworden, so wie Autos oder CD-Player. Die gibt es ja auch immer.

Was können wir tun? Wer sich entscheidet, seine Ernährung nicht (ausschließlich) von der Industrie und deren Interessen abhängig zu machen, der darf zunindest keine Mühe scheuen, erntet aber mit dem selbst Gepfückten, selbst Geangelten, selbst Hergestellten einen Schatz an neuen - sinnlichen - Lebens(mittel)erfahrungen und eine große Portion Lebensfreude. Dazu kommt die Freiheit selbst zu entscheiden, wie süß die Brombeemarmelade werden soll, welches Salz in den Brotteig kommt, die Gewissheit, dass der Fisch auch wirklich frisch ist - und damit ein ganz anderer Genuss beim Essen.

Also, Wolfgang angelte leidenschaftlich, als er noch in Norddeutschland wohnte, zum Beispiel Aale, die er selbst schlachtete, briet und wahrscheinlich mit dem größten Appetit verspeiste. Gemeinsam pflückten wir Brombeeren für köstliche Marmelade, stellten feinstes Holunderblütengelee her, sammelten Kamillenblüten für Tee und Bäder. Nun schwärmte uns Moritz in der letzten Zeit des öfteren vom frischen Brot vor, das sein Vater in einem Brotbackautomaten backt. Das nahmen wir zum Anlass, uns mal bei ebay nach einem solchen Automaten umzusehen und - wie schon so oft - hatten wir Glück und ersteigerten einen solchen für ganze 5 Euro nebst einem hübschen Sammelsurium von Geschirr im "Indisch blau"- Dekor. Vor ein paar Tagen holten wir unsere neuen Schätze dann in Hagen ab, bei einem Studenten, der in Schlappen auf dem Weg zur Uni war. Aber das nur am Rande.

Und heute ist es nun so weit: Wir backen unser erstes eigenes Brot in dem neuerworbenen Gerät. Und während ich dies schreibe - es ist übrigens 2 Uhr 17 in der Nacht, läuft das Teil auf Hochtouren. So gegen vier wird unser frisches, duftendes, warmes Brot fertig sein.

Wir entschieden uns für den ersten Versuch für ein sehr einfaches Roggenmischbrot. Die Zutaten:

250 ml Wasser
350 g Auszugsmehl
120 g Roggenmehl
2 Esslöffel Zucker
1,5 TL Salz
2,5 EL Butter
3 TL Trockenhefe
1 TL Brotgewürzmischung

Alle Zutaten werden in der angegebenen Reihenfolge in den Knet- und Backbehälter gegeben. Dann wird der Behälter in die Machine eingesetzt, das passende Programm eingestellt, sowie die gewünschte Krustenfärbung - und los geht's.. Nun, während diese Seite entsteht, warten wir gespannt auf das Ergebnis.

Unser Backautomat vor dem ersten Einsatz: Ganz jungfräulich ist er ja nicht mehr. Der Student in Schlappen hat ja hier schon sein Brot gebacken...

Seit einigen Tagen stellen wir mit Hilfe von Bergkristallen harmonisiertes Wasser her. Und dieses tolle Heilwasser kam in unseren Brotteig.

Die Hauptzutat unseres Brotes: Auszugsmehl, das heißt weißes Weizenmehl Type 405. So brauchen wir keinen Sauerteig, wie bei einem reinen Roggenbrot, sondern können Hefe zur Teiglockerung einsetzen. Der Vorteil des Weizenmehls ist außerdem sein hoher Anteil an Klebereiweiß. Es hat also besonders gute Backeigenschaften.

Nun das Roggenmehl, wir wählten Type 1150...

...und der Zucker, den die Hefe zum Aufgehen benötigt.


Kristallsalz aus dem Himalaya - die natürlichste und reinste Form des Salzes, verfeinert und veredelt unser einfaches Brot.

Ein wenig Butter - Brotteig ist fettarm.

Ein Tütchen Hefe dient zur Teiglockerung. Die Brotgewürzmischung rundet unser Brot geschmacklich ab.

Hier noch mal ein Blick auf die Zutaten im Backbehälter und durch das Bullauge beim Kneten.

Inwischen duftet es schon ganz köstlich bei uns, bald wird das Brot fertig sein.

Kulturgeschichte des Brotes

Sieht gut aus, riecht gut, hat Spaß gemacht - es ist 4 Uhr 15, Susanne sagte, es ist egal, ob man das um diese Zeit macht und lange schläft oder es früh morgens macht. Recht hat sie! Die Bäcker stehen gerade auf, und wir dürfen schon ins Bett; alles eine Frage des Standpunkts.

Fertig! Und nur mit Liebe und guten Zutaten gebacken, ganz ohne unkontrollierbare Schweinereien.

... mit Herz, Hand und Verstand