| Seit vielen Jahren gehört Erich Fromm zu meinen geistigen |
Freunden; ja, ich fühle mich sogar "verwandt" mit ihm. Sein klares
Denken, seine realistischen, sehr objektiven analytischen Einschätzungen
von menschlichen und systemischen Eigenschaften kommen mir sehr
entgegen. Entsprechend hilfreich waren und sind seine Schriften für
mich. Nachdem er mich bereits vor vielen Jahren mit seinen relativ
bekannten Werken (Die Kunst des Liebens, Haben oder Sein, Die Seele
des Menschen, Über den Ungehorsam, Über die Liebe zum Leben und Es
geht um den Menschen) zu begeistern vermochte - ich schleppe die
Bücher seit vielen Jahren mit mir rum -, trat er vor einiger Zeit mit
seinem Buch "Die Anatomie der menschlichen Destruktivität" wieder aktiv
in mein Leben. Und vor ein paar Wochen kaufte ich das Buch
"Psychoanalyse und Religion". Darin lese ich jede Nacht vor dem
Einschlafen ein paar Seiten (bis es vor Müdigkeit nicht mehr geht) - und
bin begeistert, wie klar Erich im geistigen Bereich Unterschiede heraus
arbeitet und eine differenzierte Realität darzustellen vermag. Das
nächste Buch wartet schon, da schreibt er über Sigmund Freud. |
Ab 1974 lebte Fromm ständig in Locarno-Muralto. Hier arbeitete er an seiner
Untersuchung Haben und Sein (1976a, GA II, S. 269-494), die zwei widerstre-
bende Existenzweisen exemplarisch gegeneinanderstellt. Sein radikaler Huma-
nismus verband ihn hier mit Albert Schweitzer, Bertrand Russell, Ernst Bloch und
anderen. Fromm forderte auf zur inneren Revolution im Zusammenhang mit einer
sozioökonomischen Demokratisierung. Seine Revolution der Hoffnung bleibt nicht
bei zivilisationspessimistischen Glasperlenspielen stehen, sondern versucht vor
dem Hintergrund eines grundsätzlichen Optimismus die Konsequenzen von zwei
Grundprinzipien der menschlichen Existenz zu zeigen: Es gibt reale Hoff-nungen,
sie können aber auch durch Barbarei zunichte gemacht werden. Aus diesem
Grund sind nur die Umrisse seines Weges zu einer humanitären Utopie sichtbar. |
Seine letzte theoretisch-bilanzierende Auseinandersetzung mit der Psycho-analyse
Sigmund Freuds Psychoanalyse - Größe und Grenzen (1979a, GA VIII, S. 259-
362) hatte seine letzten Kräfte aufgebraucht. Der Tod trat in der Nacht zum 18.
März 1980 durch einen weiteren Herzinfarkt ein. Im letzten Interview vor seinem
Tod 1980 hatte Fromm gegenüber der Illustrierten Stern die Hoffnung geäußert,
„dass die Menschen ihre Leiden erkennen mögen: den Mangel an Liebe.” |
(1900-1980) ist als
Psychoanalytiker und
Sozialpsychologe ebenso
bekannt wie als Autor und
bedeutender Humanist des
20. Jahrhunderts. Wie kaum
ein anderer in Deutschland
geborener
Humanwissenschaftler hat
Erich Fromm weltweit
gewirkt. Seine Schriften und
Erkenntnisse werden
weltweit gelesen und
rezipiert. |
(aus: Internationale Erich-
Fromm-Gesellschaft) |
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"Nichts fördert das Kreative
mehr als die Liebe,
vorausgesetzt, sie ist echt."
- Pathologie der Normalität - |
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- Haben oder Sein - |
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- Über die Liebe zum Leben - |
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