»Wir kommen zustande auf Wegen, die wir nicht verstehen. Wir
sind aus Elementen, Chemikalien, Atomen zusammengesetzt und nennen
uns doch bei Namen. Wir arrangieren um unsere innere Substanz eine
äußere Substanz, die sich zu Fleisch und Knochen verdichtet. Unsere
Identität oder Persönlichkeit hat ihren Ursprung in etwas, das wir nicht
kennen.
Vielleicht hat das, was wir sind, schon immer gewartet, in den
Möglichkeiten der Schöpfung verborgen, verstreut und seiner selbst
nicht bewußt - in Wind und Regen, der im dreizehnten Jahrhundert über
Europa hinfegte - in den wogenden Bergketten - in den Wolken, die durch
die Himmel anderer Orte und Zeiten eilten. Als Staubkörnchen hat uns
der Wind vielleicht an griechischen Torbögen vorbeigeblasen.
Vielleicht sind wir millionenmal zu Bewußtsein entzündet und wieder
ausgelöscht worden, bewegt von Verlangen und von einer Sehnsucht
nach Kreativität und Vollkommenheit, die wir kaum begriffen.
Und so kann es auch solche geben (wie Seth) ohne körperliche
Erscheinung, aber mit Wissen - solche, die gewesen sind, was wir sind
und mehr -, solche, die sich erinnern, wo wir vergaßen. Vielleicht haben
sie durch eine Steigerung ihres Bewußtseins andere Daseinsformen oder
Wirklichkeitsdimensionen entdeckt, an denen auch wir teilhaben.
So geben wir ihnen, die namenlos sind, Namen, obgleich wir
eigentlich selber namenlos sind. Und wir hören ihnen zu, aber meistens
zwängen wir ihre Botschaft in Vorstellungsformen, die wir verstehen
können, sie hinter abgenutzten, stereotypen Bildern verbergend. Und
dennoch sind sie überall um uns, in Wind und Bäumen, gestaltet und
ungestaltet, vielleicht in mancher Hinsicht lebendiger als wir selbst - die
Sprecher.
Durch diese Stimmen, diese Intuitionen, diese blitzhaften Einsichten und
Botschaften spricht das Universum zu uns, zu jedem von uns persönlich.
Es redet mit euch, wie mit mir. Ihr müßt lernen, eure
eigenen Botschaften aufzunehmen, nicht zu entstellen, was ihr hört, und
es in alte Alphabete zu übersetzen.
In unserer Gruppe (und allgemein auch im Leben) reagieren wir,
glaube ich, auf solche Botschaften; manchmal leben wir sie aus mit fast
kindlicher Weisheit und formen sie um in Dramen, die originell und
individuell sind - Dramen, die tiefere Sinnzusammenhänge durch-blicken
lassen, als man mit Worten ausdrücken kann.
Vielleicht ist dies die Art von Spiel, wie die Götter es lieben und
aus dem die Schöpfung hervorwächst, sich in alle Richtungen
ausbreitend. Vielleicht antworten wir den Göttern in uns - jenen inneren
Weisheitsfunken, die unseres dreidimensionalen Wissens spotten.
Vielleicht führt uns Seth aus unserer normalen Beschränktheit
heraus in ein anderes Reich, das uns von Rechts wegen zusteht - auf eine
elementare Weise, ob wir inkarniert sind oder nicht. Vielleicht ist es die
Stimme der Totalität unserer aller Selbst, die spricht: ›Während ihr
bewußte Körper seid, denkt daran, wie es war und wie es sein wird,
keinen Körper zu haben, frei schweifende Energie zu sein ohne Namen,
doch mit einer Stimme begabt, die keiner Zunge bedarf, mit einer
Kreativität, die das Fleisch nicht braucht. Wir sind ihr, nach außen
gekehrt.‹«
Aus dem Buch: Gespräche mit Seth
Für die Anregung zu dieser Blitz-Seite - ich las die Mail vor etwa einer
halben Stunde - danke ich Elisabeth und Garbor aus dem Lichterhaus.
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