Erfahrung auch darin, welche "Freunde" man einbringt. Susanne
kam vor ein paar Tagen mit einem Buch von Jiddu Krishnamurti
nach Hause. Viel unterhielten wir uns nicht über den Mann, aber
mein Interesse war geweckt und ich beschloss, ein paar
Informationen zu sammeln. Erste fand ich unter diesem Link.
Hier der Textbeitrag von der Seite, den ich sehr gut fand. Ja,
und ich las auch ein paar der Zitate. Die sind zwar auch gut,
aber ich emphehle sie nicht als den Einstieg sich mit dem Geist
Krishnamurtis vertraut zu machen.
Am Tag nach seiner Geburt (12. Mai 1895, Madanapalle in
Indien) wurde dem Brahmanensohn Krishnamurti von einem
indischen Astrologen prophezeit, er werde ein großer Lehrer
werden, jedoch erst nach Überwindung gewaltiger Hindernisse.
Treffender hätte man Krishnamurtis Leben auch nach seinem
Tod nicht beschreiben können.
Die prophetischen Gaben des Shri Krishna, der nach einer
Hindu-Tradition als achtes Kind "Krishnamurti" (=
wiedergeborener Krishna) genannt wurde, hatten sich bald
herumgesprochen. So wurde er im Alter von 14 Jahren von den
britischen Theosophen Leadbeater und Besant "entdeckt" und
drei Jahre später zur Ausbildung nach England gebracht. Dort
versuchte man, ihn in die theosophische Gesellschaft
einzubinden.
Zehn Jahre später sagte sich Krishnamurti nicht nur von den
Theosophen los, sondern wurde zu einem radikalen Kritiker
aller religiösen Gemeinschaften. Er lehnte jede Autorität in
Glaubensfragen ab und erklärte, dass nur der einzelne Mensch
den Schlüssel zur Befreiung in sich trage und niemand ihm
diesen Schlüssel überreichen könne.
Krishnamurti lehnte nicht nur Glaubensgemeinschaften ab,
sondern auch sämtliche Glaubenssysteme mit ihren Regeln und
Kulten. Das namenlose Wahre erschließe sich jedem Einzelnen
nur in einer meditativen Haltung, die auf Regeln und
Meditationssysteme verzichtet. Die heiligste Erfahrung, die ein
Mensch in der Meditation machen könne, sei die Einheit von
"Ich" und "Du", das heißt LIEBE im Sinne des vedischen "tat
twam asi" ( = Das bist Du).
Die meisten Gedanken Krishnamurtis sind durch seine
zahlreichen Reden und Gespräche überliefert. Obwohl er mit
zunehmendem Alter mehr und mehr die Öffentlichkeit scheute,
beeindruckte er durch eine charismatische Überzeugungskraft
seinen erlesenen Zuhörerkreis, zu dem so bedeutende
Persönlichkeiten gehörten wie Bernard Shaw, Aldous Huxley,
Joseph Campbell, Fritjof Capra und David Bohm.
Aus folgenden Gründen bin ich davon überzeugt, dass sich
Krishnamurtis Gedanken im 21. Jahrhundert noch weiter
verbreiten werden, als dies zu seinen Lebzeiten der Fall war:
1. Alle Gedanken Krishnamurtis basieren kristallklar auf der
dem unvoreingenommenen Beobachten abgerungenen
Fundamentalprämisse der philosophia perennis. Diese besagt,
dass der Kosmos ein raumzeitloses einheitliches Kontinuum ist,
das sich dem unbegrenzten Bewusstsein als solches offenbart,
während es dem begrenzten Bewusstsein als in Raum und Zeit,
Geist und Materie, Subjekt und Objekt aufgespaltene Dualität
erscheint.
2. Krishnamurti hat diese Einheit sowohl intuitiv erfasst als auch
beobachtend wahrgenommen sowie geistig durchdrungen.
3. Es ist dem Autor gelungen, seine Weisheiten auf einfache und
verständliche Weise auszudrücken und Wege aufzuzeigen, wie
sie im alltäglichen Leben praktiziert werden können.
4. Durch sein radikales Bekenntnis zur geistigen Freiheit des
Einzelnen zeigt er auch praxistaugliche Wege auf, wie man sich
aus den Fesseln instrumentalisierender Institutionen befreien
kann, ohne Weltflucht zu betreiben.
5. Krishnamurti ist es gelungen, eine Brücke zu schlagen
zwischen den mystischen Einheitslehren und den modernen
Wissenschaften wie etwa Psychologie, Soziologie und
Quantentheorie. Hier ist der Autor seiner Zeit ebenso weit
voraus wie diejenigen, die die Quantentheorie verstanden
haben, gegenüber denjenigen, die noch dem newtonschen
Weltbild verhaftet sind.
In seinem Buch Das neue Denken schreibt Fritjof Capra:
«Das Problem, das Krishnamurti für mich in Zen-Manier mit
einem Streich gelöst hatte, ist genau das der meisten Physiker,
wenn sie mit Ideen mystischer Überlieferungen konfrontiert
werden: Wie kann man das Denken transformieren, ohne der
Wissenschaft untreu zu werden?»
Krishnamurti wird keinen Menschen über die "Straße" tragen,
aber er hilft dabei zu erklären, was eine Straße ist, und was
man tun kann, um sie zu finden und sie zu verstehen.
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