"Vocatus atque non vocatus deus
aderit": Gerufen oder ungerufen -
Gott steht uns bei.
Wahlspruch von Carl Gustav Jung
"Fürchte nicht das Chaos, denn im
Chaos wird das Neue geboren".
"Das Treffen zweier
Persönlichkeiten ist wie der Kontakt
zweier chemischer Substanzen:
Wenn es eine Reaktion gibt, werden
beide transformiert".
"Alles was uns an anderen mißfällt,
kann uns zu besserer
Selbsterkenntnis führen".
"Man wandelt nur das,
was man annimmt".
"Das einzig lebenswerte Abenteuer
kann für den modernen Menschen
nur noch innen zu finden sein".
"Das Sprichwort «Wo ein Wille ist,
da ist ein Weg» drückt nicht bloß ein
germanisches Vorurteil aus. Es ist
ein Aberglaube des modernen
Menschen im allgemeinen. Um diesen
Glauben aufrechtzuerhalten,
kultiviert er auf der anderen Seite
einen bemerkenswerten Mangel an
Introspektion. Er steht der
Tatsache blind gegenüber, daß er
bei aller Vernünftigkeit und
Tüchtigkeit von «Mächten»
besessen ist, über die er keine
Kontrolle hat".
"Der Mensch trägt immer seine
ganze Geschichte und die Geschichte
der Menschheit mit sich".
" Der amerikanische Psychologe
William James hat bereits vor
längerer Zeit betont, dass der
Begriff des Unbewussten mit dem
Begriff des «Feldes» in der Physik
vergleichbar sei. Wie ein Teilchen,
das in ein elektromagnetisches Feld
gerät, in bestimmter Art
angeordnet wird, so scheinen auch
Vorstellungen im Bereich des
Unbewussten autonom angeordnet
zu werden. Ja, was wir nachträglich
in unserem Bewusstsein als
«vernünftig» oder «einleuchtend»
bezeichnen, dürfte nur deshalb auf
uns so wirken, weil unsere bewusste
Überlegung mit gewissen
vorbewusst angeordneten Inhalten
übereinstimmt".
"Die Paradoxie gehört
sonderbarerweise zum höchsten
geistigen Gut; die Eindeutigkeit aber
ist ein Zeichen der Schwäche".
Es ist nämlich gefährlich, sich zur
geistlichen Armut zu bekennen; denn
wer arm ist, begehrt, und wer
begehrt, zieht ein Schicksal auf sich.
Ein schweizerisches Sprichwort sagt
es drastisch: «Hinter jedem Reichen
steht ein Teufel, und hinter jedem
Armen - zwei.»
"Es ist wahrscheinlich noch
schwieriger, sich vom Guten zu
befreien als vom Bösen".
"Es lohnt sich, geduldig zu
beobachten, was in der Seele im
Stillen geschieht, und es geschieht
das Meiste und Beste, wenn es nicht
von außen und oben
hineinreglementiert wird. Ich
gestehe es gerne: Ich habe eine
solche Hochachtung vor dem, was in
der menschlichen Seele geschieht,
daß ich mich scheuen würde, das
stille Walten der Natur durch
täppische Zugriffe zu stören und zu
entstellen".
"Ich möchte niemand anderem einen
Weg vorzeichnen, denn ich weiß, daß
mir der Weg von einer Hand
vorgeschrieben wurde, die weit
über mich hinausreicht".
"Kindisch ist nicht nur, wer zu lange
Kind bleibt, sondern auch wer sich
von der Kindheit trennt und meint,
daß das, was er nicht sieht, nicht
mehr existiere".
"Obgleich das zivilisierte Bewußtsein
sich von den grundlegenden
Instinkten losgelöst hat, sind die
Instinkte nicht verschwunden; sie
haben lediglich ihren Kontakt mit
dem Bewußtsein verloren. Daher
waren sie gezwungen, sich auf
indirekte Weise bemerkbar zu
machen, nämlich durch das, was
Janet als «automatismes»
bezeichnet hat, oder im Falle einer
Neurose durch Symptome, oder im
Normalfall durch alle möglichen
Zwischenfälle wie unerklärliche
Launen, unerwartete Vergeßlichkeit,
Irrtümer und so weiter".
"Was wir Instinkte nennen, sind
physiologische Impulse, die mit den
Sinnen «aussen» wahrgenommen
werden. Gleichzeitig erscheinen sie
aber auch «innen» in Phantasien und
verraten ihre Gegenwart oft durch
symbolische Bilder. Diese «inneren»
Erscheinungen sind es, die ich als
Archetypen bezeichne. Ihren
Ursprung kennt man nicht; sie
tauchen jederzeit auf, überall in der
Welt".
"Auch das glücklichste Leben ist
nicht ohne ein gewisses Maß an
Dunkelheit denkbar; und das Wort
"Glück" würde seine Bedeutung
verlieren, hätte es nicht seinen
Widerpart in der Traurigkeit".
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