Zunächst einmal ist es einfach ein ziemlich dicker Schmöker von über 1000 Seiten: Das
Leben des japanischen Samurai Miyamoto Musashi, erzählt von Eiji Yoshikawa. Und der hat
alles, was zu einem richtigen Schmöker gehört: Drama, Spannung, Liebe, einen Helden mit
beinahe übernatürlichen Fähigkeiten und seine Widersacher, darunter eine alte Hexe (die
stets zur Göttin der Barmherzigkeit betet) eine unschuldige Schöne, einen Taugenichts -
und dazu noch ein paar sehr heftige Kampfszenen, in denen das Blut nur so spritzt. Und
deshalb, so musste ich mir sagen lassen, sei es "kein Buch für Frauen, denn die hätten ihre
Probleme damit". Nun muss ich zugeben, dass ich mir solcherlei nicht gerne aufbraten
lasse. Außerdem hatte unser Freund, der uns das Buch ans Herz gelegt hatte, mich mit
einigen Bemerkungen neugierig gemacht: Dass man das Buch auf andere Dinge übertragen
müsse, dass man das hieraus Erfahrene benutzen könne, um gesund zu werden und zu
bleiben. Ich wollte herausfinden, wie er das wohl gemeint hatte. Jetzt aber erst einmal ein
paar Sätze zur "Legende Musashi": |
Nahezu alle Samurai waren Anhänger des Buddhismus, und handelten dennoch sehr oft
gegen dessen heilige Regeln, indem sie Menschen oder Tieren Leid zufügten. Viele Samurai
besaßen zum Buddhismus eine ähnliche Beziehung, wie die europäischen Ritter zum
Christentum. Sogar die Ronin, welche sich eigentlich vom Weg der Samurai entfernt hatten,
praktizierten trotz allem immer noch ihre Religion, und bewahrten sich so ihren Glauben.
Einige Samurai sollen sogar aus Verehrung zu dem Buddha Siddhartha Gautama gegenüber
ihren Gegnern Gnade gezeigt haben. In der Kamakura-Zeit begann durch die Einführung
von zwei buddhistischen Schulen eine neue religiöse Ära in Japan, welche sich auch auf die
Samurai auswirkte. Der japanische Kaiser an sich wurde von vielen Samurai als lebende
Gottheit angesehen; dies wirkte sich jedoch nicht auf ihre Gesinnung gegenüber dem
Buddhismus aus. Auch heute wird der buddhistische Glaube noch in Samurai-Schulen
unterrichtet. |
Die Ausbildung zum Samurai begann oft schon im Alter von drei Jahren und war geprägt
von hartem Drill. Die Ausbildung beinhaltete in erster Linie Körperbeherrschung und
Schmerzunterdrückung. Wenn sie etwas älter waren, lernten sie in einem nahen Kloster
lesen und schreiben. Dorthin mussten sie, auch im Winter, zu Fuß gehen. Sie waren
gezwungen, ihre Angst zu bekämpfen, indem sie auf dem Friedhof oder Richtplatz eine
Nacht verbringen mussten. Im Alter von etwa fünf bis sieben Jahren begann die
Unterweisung im Umgang mit den Waffen (Bogenschießen, Schwertkampf, Fechten und Jiu
Jitsu: Selbstverteidigung ohne Waffengebrauch). Wie in vielen stark spezialisierten
Berufen, war es auch für die Ausbildung des Samurais üblich, dass ein älterer, erfahrener
Samurai einen jungen Mann über mehrere Jahre in die Lehre nahm. Erst nach Abschluss der
Ausbildung nahm er gegebenenfalls einen neuen Lehrling auf, bildete also in der Regel nie
mehrere Krieger gleichzeitig aus. Die Lehrzeit bei einem älteren Samurai, die etwa um das
zwölfte Lebensjahr begann, endete ungefähr mit 15 Jahren. In dieser Zeit lebten Lehrer
und Schüler zusammen und hatten eine Wakashudo genannte Beziehung, die meist mit dem
Erwachsenwerden des Schülers in eine platonische Freundschaft überging. Den Abschluss
der Ausbildung bildete die feierliche Zeremonie des Gempuku. In dieser legte der Schüler
seinen alten Kindesnamen ab und bekam einen neuen Namen, erhielt Lang- und Kurzschwert,
das Daisho-, eine eigene Rüstung und übernahm den traditionellen Haarschnitt der Samurai. |
Musashi war vor allem durch seine nahezu unbesiegbaren Kampftechniken bekannt. Da er
mit der Zeit immer mehr ein Dorn in den Augen der Fürsten war, wurden mehrere Samurai
entsandt, welche ihn töten sollten. Musashi tötete jedoch alle gegnerischen
Schwertkämpfer. Herrenlos, wie er war, muss er gemeinhin als Ronin (herrenloser
Samurai) angesehen werden. Im Kampf nutzte er zwei Schwerter gleichzeitig zum Angriff
beziehungsweise zur Verteidigung. Dies gilt jedoch nur für Kämpfe mit mehreren
Teilnehmern. In Duellen verwendete Musashi sowohl das Bokuto als auch das Katana
(verschiedene Schwerter), allerdings immer aus Holz, die er selbst schnitzte. Seinen
ersten Zweikampf auf Leben und Tod bestritt er im Alter von 13 Jahren. Mit 29 Jahren
hatte er mehr als 60 Kämpfe bestritten - darunter auch mit einigen der begabtesten
Kampfkunstexperten (Schwertkämpfer, Stockkämpfer, Speerkämpfer u. a.) des Landes -
und alle gewonnen. Seinen letzten Kampf focht er gegen den ihm ebenbürtigen Sasaki
Kojiro aus. |
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Wie es scheint, ist es gleichgültig, welcher Religion man angehört, und wie groß die Ableh-
nung von Gewalt und Töten ist. Die Lust am Kampf setzt sich doch durch, und wird sogar
zur Philosophie erhoben, die Kunst des Tötens zum Sinnbild des wahren Lebensweges
erklärt. Oh Mann! Wie bekommt man einen Menschen so weit? Dazu zitiere ich noch einmal
Wikipedia: |
Trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen) konnte ich von Musashi lernen, konnte Vieles
mit ihm fühlen. |
| Drum ist kein Wissen, noch Können so gut, |
| Als daß man alles Schwere nicht alleine tut. |
Hierfür bekommt Musashi meine volle Bewunderung. Obwohl es eine Frau gibt, die ihn sehr
liebt, "hängt" er sich nicht an diesen Menschen. Was mich aber vollends für ihn einge-
nommen hat, sind seine Zweifel. Dazu zitiere ich aus dem Buch: |
Wie gut ich derlei Gedanken nachvollziehen kann. Wie oft schon erschien mir mein Leben an
einem Tag als eine Katastrophe, fühlte ich mich als Versagerin, am nächsten glaubte ich das
bestmögliche Leben zu führen, hätte mit niemandem auf der Welt tauschen wollen. Was ist
die Wahrheit? Was ist real? Jedenfalls kommt Musashi so eine Art Erleuchtung in Form
dieses Verses eines Mönches: |
| In Wahrheit ist das Gesetz Buddhas so einfach: | |
| Iß deinen Reis, trink deinen Tee, trage deine Kleider! |
Ja, eigentlich klingt es ganz einfach: Einfach da sein, leben im Hier und Jetzt, sich nicht
sorgen, nach nichts streben. Dazu fiel mir die nebenstehende kleine Geschichte ein, die ich
schon seit langer Zeit kenne und schätze. Leider ist es aber gar nicht so einfach, wie es
klingt. Es sind hier eben Kräfte am Werk, die uns immer wieder treiben schon zu stehen,
wenn wir eigenlich noch sitzen. |
Habe ich hier was richtig verstanden? |
Susanne |
Ein Zen-Mönch wurde einmal
gefragt, was er denn für eine
Meditationspraxis habe. |
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Das Samurai-Zen |
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Zen-Meister begannen, das |
Meditationstraining für den
Krieg zu nutzen (ab ca. 13. Jh) |
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Die gierigen und skrupellosen |
Krieger sollten durch einen
Ehrenkodex (Buschido) auf
Staatslinie gebracht werden: |
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Selbstaufopferung |
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bedingungslose Kaisertreue |
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Zen-Mönche übernahmen das |
Einhämmern |
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Meditation über den Tod |
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Entbehrungen ertragen |
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Konzentration |
In dieser Welt macht man die
Künste zu einer verkäuflichen
Ware, ist man bereit, die eigene
Person zu verkaufen; ... Man trennt
Blüte und Frucht und liebt nicht so
sehr die Frucht als vielmehr die
Blüte. Insbesondere schmückt man
einen solchen Schwertweg mit einem
Übermaß an Farben, lässt Blumen an
ihm erblühen, protzt mit wer weiß
was für Technik, mit diesem, mit
jenem Dojo, mit diesem Weg, den
man lehrt, mit jenem Weg, den man
erlernt, und hat doch nichts als
Vorteil und Gewinn im Sinn. |
Die zehn Gebote des Miyamoto Musashi |