Ich wurde mit der Nase nochmals auf das Thema
Verhaltensstörungen gestubst, ein Thema, das sicher
weitere Beachtung verdient. Im Leben, das klingt jetzt
vielleicht ein bisschen "komisch", geht es ja in erster Linie
um Verhalten: was tue ich - was tun die Anderen, und auch,
was aus meinem Verhalten folgt, und was das Verhalten
anderer mit mir macht.
Das Miteinander scheint nicht einfach zu sein, ja, es muss
sogar sehr schwierig sein. Wenn ich das richtig sehe, waren
bereits "Adam und Eva", der Mythologie nach die ersten
Menschen, nicht mal in der Lage, konfliktfrei in einem
Paradies zu leben. Was würden die wohl heutzutage
anstellen, wo man in zoologischen Handlungen Schlangen in
jeder Ausführung kaufen kann. Und was wäre heute, die
Frage sei erlaubt, in der Gesellschaft los, wenn der
Schöpfergott seine Erstlinge nicht verflucht hätte?
Um das Miteinander zu regeln, erfanden die Menschen
Gesellschaftssysteme; Ideen dafür gibt es einige. Man
möchte "leider" sagen bei der Feststellung, dass bisher
keine praktikable Idee gefunden wurde. Mag das daran
liegen, dass Menschen an der Entwicklung und Umsetzung
beteiligt sein müssen. Gäbe es eine "Göttliche Ordnung",
deren Gesetzen sich niemand verweigern kann, wer weiß, ob
dann nicht sogar bessere Zustände als im Paradies
einträten, ja, eintreten müssten. Nach dem "Desaster" im
"Garten Eden" stellt sich doch die klare Frage: war das
wirklich ein Paradies?
Gleich wie, darum geht es ja nicht. Hier treffe ich die klare
Aussage: eine funktionierende gesellschaftliche Ordnung
gibt es nicht - und folglich können auch Menschen nicht in
einem geordneten Miteinander leben.
Aber da sind wir schon an einer Kernfrage gelandet: wie
können Menschen, die nicht perfekt sein KÖNNEN, anderen
Menschen Vorschriften machen und behaupten, sie wüßten
genau, wo es lang geht.
Mir wurde folgende Frage gestellt:
"Verhaltensstörung, was ist das?
Weil man sich anders verhält als die anerzogene Norm?
Weil man Dinge sagt und tut, die keiner bzw. kein anderer
versteht?"
Da ist der Kern der Frage: was ist die Norm, was ist
wirklich normal? Ich argumentiere mal anders herum:
wenn die Menschen, die für die gesellschaftliche Ordnung
verantworlich sind, "normal" wären und dieses Normale nach
unten an die Bürger weiter gäben, würde dann nicht alles
bestens funktionieren?
Klar, jetzt kommt das Argument der
Verantwortungsträger:
die Menschen (außer wir, versteht sich) sind von Grund auf
böse - und deswegen können wir für keine humane Ordnung
sorgen. Wenn wir nicht wären, würde alles im Chaos
versinken.
Hätten sie nur den Mut, die Menschen ihre eigene Ordnung
entwickeln zu lassen, sie dabei nur zu unterstützen.
Damit das klar ist:
ich glaube, die Grundannahme, der Mensch sei von Natur aus
böse, ist FALSCH!
Das goße Problem, warum Menschen nicht vernünftig leben
und miteinander leben können, liegt darin, dass die
Entwicklung des Neuen aus dem "Alten" kommen muss.
Einfach ausgedrückt: was Eltern von ihren Eltern lernten,
geben sie an ihre Kinder weiter. Dabei geht es um
Verhalten, aber auch um Ideen und Ideale, um Werte,
Moral und eine Art der Vernunft; und es geht um die daraus
entstandenen und entstehenden Muster.
Ich leite mal kurz über zu einer anderen Perspektive des
"Problems der Kausalität", dass uns die Vergangenheit
buchstäblich im Fell sitzt, und zwar nicht nur in Form von
genetisch-archaischen Informationen.
Was uns im Miteinander besonders stört, ist das Verhalten
von Menschen - nicht die (weitgehend unbekannten)
Ursachen, die dazu führten. Folglich richten sich die
Absichten der "Erzieher" auf eine Veränderung des
Verhaltens, nicht auf die Ursache für das Verhalten. Das ist
sozusagen ein himmelweiter Unterschied. Dieses Prinzip, auf
das Offensichtliche zu reagieren, Aufmerksamkeit (fast)
nur auf das Offenbarte (man könnte das auch das
Scheinbare nennen) zu richten, ist ein zentrales Problem.
Sehr viele Menschen verhalten sich einfach, einige
ignorieren das Geschene, wenden sich ab, andere regen sich
auf und ab, und einige wenige beobachten und versuchen
verschiedenstes Verhalten zu analysieren, um dichter an
das Kernproblem des Menschseins zu gelangen. Das ist für
mich Fakt, ganz wertfrei - alle Menschen spielen mit auf
der Bühne des Lebens und dienen auf ihre Art und Weise,
eine Lösung zu finden für ein Problem, für das sie nicht
verantwortlich sein können.
Leben ist, wenn ich das richtig verstehe, das Mittel zum
Zweck, verborgene Ursachen aufzuspüren. Verhalten dient
dem, mehr nicht.
Damit schließe ich diese Seite ab, nicht das Thema.
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